So eine Art Stöckchen.

Die Fenchelfrau hat mich (und noch einige andere) dazu aufgerufen, elf Fragen zu beantworten. Trifft sich heute gut, ich werkel schon den ganzen Tag an einem Blogbeitrag herum, der sich dagegen wehrt, in die richtigen Worte gefasst zu werden…
Nun also eine kleine Ablenkung. (Bestimmt gibt es zu diesem Stöckchen wieder irgendwelche Regeln, aber ich bleibe dabei, einfach nur die Fragen zu beantworten.)

1. Mit welcher Person/ Persönlichkeit würdest du gern mal einen Kaffee trinken gehen und warum?

Ich trinke keinen Kaffee, ich finde den Geruch richtig ekelhaft. (Deswegen meide ich Kaffeehäuser…)
Am liebsten hätte ich aber Gelegenheit, nochmal mit meinen verstorbenen Großeltern zusammenzusitzen. Ich war einfach zu jung, als sie gestorben sind, würde sie heute gern so vieles fragen. Vor allem wäre es schön, wenn sie den Mini hätten kennenlernen können…

2. Was ist deine Lieblingssportart?

Derzeit betreibe ich keinen Sport. Ich gehe gern mit meinem Vater und dem Hund spazieren, fahre gern (aber unsicher) Rad. Beides nicht in dem Ausmaß, dass man das als Sport durchgehen lassen kann.

3. Schreibst du noch Briefe an Freunde per Hand?

Wenn ich auf Urlaub bin, dann verschicke ich handgeschriebene Postkarten an meine Klassenkollegen und meine Familie. Briefe an Freunde verschicke ich nicht, das scheitert daran, dass ich keine Freunde habe.

4. Auf welchem Konzert warst du zuletzt?

Öh… Ich war 2009 auf einem Festival, erinnere mich aber nicht mehr, wer da gespielt hat.

5. Was war dein letzter Ohrwurm?

Wheatus – Teenage Dirtbag

6. Welche Serie siehst du dir zur Zeit gern an?

Meine aktuelle Lieblingsserie ist Dexter. Mit meinem Freund schaue ich abends the middle.

7. Was ist deine natürliche Haarfarbe und änderst du deine Haarfarbe ab und zu?

Braun. Oder brünett? Mit 13 habe ich mir die Haare schwarz gefärbt, jetzt färbe ich nicht mehr.

8. Welches Buch war dein Lieblingsbuch in der Kindheit?

An die Lieblingsbücher aus der frühe(re)n Kindheit erinnere ich mich nicht mehr. Sehr gern hatte ich Lindgrens „Mio mein Mio“ und die Kinder aus Bullerbü. Ich habe die Erich Kästner Sammelbände verschlungen und mit Harry Potter seine Schulzeit durchlebt… Oh, Silberflügel mochte ich auch sehr. Von Kenneth Oppel.
Irgendwann habe ich dann fast ausschließlich Fantasy gelesen, die Wellenläufer- und Fließende-Königin-Trilogien von Kai Meyer, diverse Hohlbein-Bücher… Hach ja.
Heute fange ich mit Fantasy nicht mehr allzu viel an.

9. Welchen Film hast du als Kind zur Weihnachtszeit am liebsten gesehen?

Ich durfte als Kind kaum fernsehen. Aber in der Volksschule haben wir so einen Rudolf-Film gesehen, den fand ich toll.

10. Wie wichtig sind dir religiöse Werte in der Erziehung deiner Kinder (oder wenn keine Kinder hast: wie wichtig wären sie dir?)

Da ich Atheistin bin, gebe ich keine religiösen Werte weiter.
Ich hoffe aber, dass ich meinem Sohn Respekt vor dem Leben als Wert mitgebe. Sei es jetzt beim Umgang mit Lebensmitteln, dem Kauf von Kleidung und Putzmitteln oder eben das Verhalten anderen Menschen gegenüber.
Achtung vor der Welt. Klingt doch gut, hm?

11. Hast du ein Lebensmotto?

Nein.

Ferien.

Ferien, die beste Zeit des Jahres für alle Studenten.

Außer für die ständig unzufriedene barfussgeherin.
Hier kommt einfach kein Feriengefühl auf. Ich bringe den Mini unter der Woche nach wie vor in den Kindergarten (also kein Ausschlafen!) und hole ihn nach dem Mittagessen ab (ohne Mittagsschlaf, dementsprechend grantig). Dazwischen liegen drei Stunden, in denen ich aufräumen, eine Kleinigkeit essen und schnell in den Supermarkt kann.

Am Nachmittag fahren wir meist zu meiner Mutter, Mini und sein Onkel (6) spielen miteinander, ich liege mit Kopfschmerzen auf der Couch herum.

Kopfschmerzen. Mein Unwort. Seit Wochen.
Es vergeht kein Tag ohne Kopfweh. Ich habe das Gefühl, als würden mir jeden Moment die Augen aus dem Kopf ploppen.
Das schlägt extrem auf meine Laune, ich bin sehr mies drauf und gereizt, fahre alle an und keife herum. Der Mini muss ziemlich darunter leiden, das tut mir irrsinnig leid. Aber ich komme nicht aus meiner Haut…
Ich habe keine Lust mehr zu kochen oder zu lesen oder, … Mich interessiert es derzeit nur zu schlafen. Gegen die Schmerzen hilft es nicht.

Mein Lichtblick ist der Urlaub im August. Eine Woche Tirol, herrliche Bergluft, viel Bewegung, kühle Abende.

Außerdem freue ich mich schon wieder auf den Unistart, auch wenn am Semesterbeginn einige Prüfungen auf mich warten. (Im Laufe des Sommers habe ich auch noch drei…)
Mir tut diese Sommeruntätigkeit nicht gut. Leider.

Statusupdate.

Bitte darauf achten, dass die alten Blogbeiträge wirklich wesentlich älter sind als dieser.
Inzwischen sind einige „Informationen“ darin veraltet.

Hier also ein kleines Update:

Wir leben inzwischen (endlich!) als Familie zusammen – seit dem 1. Februar 2013. Die drei Jahre davor haben mich so viel Kraft gekostet, so viel Hin- und Herfahrerei, so viel Zeug-Verlegerei, so wenig Familienzeit.
Noch kämpfen wir mit Erste-Wohnung-Problemen (es fühlt sich zum Beispiel nie jemand dafür zuständig, den Müllsack rauszubringen, bevor er wirklich ZU voll ist), aber die bekommen wir hoffentlich bald in den Griff. Ich bin sehr froh darüber, dass ich im Haushalt meines Vaters schon alles selbst machen musste – kochen, putzen, Wäsche waschen, … – und jetzt nicht hilflos und mit fragendem Gesichtsausdruck vor diversen Haushaltsgeräten und Küchenutensilien stehe.
Blöd ist die Sache mit dem Geld. Wir leben derzeit von dem Unterhalt, den meine Eltern mir zahlen, und der mickrigen Zivildienstentschädigung meines Freundes. Es ist zu wenig Geld. Ich werde im Herbst damit beginnen müssen, neben dem Studium zu arbeiten, auch wenn ich irrsinnige Angst davor habe, wieder vor Überforderung zusammenzubrechen.

Es steht die Möglichkeit im Raum, dass mein Freund von seiner Zivildienststelle übernommen wird. Es gefällt ihm gut dort.
(Mir missfallen die Arbeitszeiten. Aber ich will, dass er einen Beruf ausübt, der ihm wirklich Spaß macht. Wenn es dieser ist, dann werde ich ihn bereitwillig mit all meiner Kraft unterstützen.)

Und was ist mit einem zweiten Kind?
Wir sprechen darüber. Wir überlegen uns Namen. Aber es ist nicht real, noch nicht.
Wir haben genug Liebe übrig für unser zweites Kind, aber uns fehlen die Mittel. Das tut weh, aber irgendwann wird dieser Schmerz nachlassen. Irgendwann.

Sommer.

Sommer heißt, dass ich mir gerade die Nägel der rechten Hand gelb lackiert habe.

Ich freue mich auf die Hängematte, auf das (halb)nackt herumlaufende Kind, auf umfassende Lektüre. (Dass ich eine Menge Bücher für die Uni lesen muss, das übergehe ich an dieser Stelle geflissentlich.)

Vielleicht komme ich auch endlich dazu, hier vernünftig zu bloggen?

Feminismus, Aufschrei und Bechdel.

Ich habe mich immer vom Feminismus distanziert.
Oder dem, was ich davon mitbekommen habe.

Nein, ich werde auch in Zukunft nicht gendern, weil das meinem ästhetischen Gefühl für Sprache nicht behagt. Und weil man es nicht aussprechen kann, wie Christine Nöstlinger in diesem (sehr lesenswerten) Artikel sagt. (In dem Artikel geht es übrigens um den Neger in Kinderbüchern und andere politische Korrektheiten.)

Aber doch, irgendetwas ist da, das mich dem Feminismus näher bringt.
Gemerkt habe ich das wohl hauptsächlich durch den #Aufschrei auf Twitter. Durch die abwertenden Reaktionen einiger Männer, durch „wehrt euch doch“ und „darf man den nicht mehr flirten?“
Es beschäftigt mich.
Ich will mich nicht vor sexuell motivierten Übergriffen fürchten müssen, nur weil ich als Frau geboren wurde.
(Und mich nicht vor der Arbeitswelt fürchten, weil ich Kinder gebären kann…)

Und auch den Bechdel-Test, den ich vor einger (langer) Zeit auf Anke Gröners Blog kennengelernt habe halte ich nicht mehr für Unsinn.

Mich dünkt, da stehen Veränderungen aus…

 

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(Ich nutze meinen verwaisten Blog mal als Gedankensortierhilfe…)

Ich will das so nicht.

Das – das ist unsere Lebenssituation.

Ich wohne noch immer bei meinen Eltern, der Freund bei seinen. Der Mini hat kein eigenes Zimmer, in meinem Zimmer steht zumindest ein eigenes Bett (auch wenn er es eher selten benutzt und meist zu mir kriecht *hüstel*), im Freundzimmer ist kein Platz dafür, dort schlafen wir also sowieso zu dritt auf 140cm Bettbreite. Besonders unangenehm: Das Freundzimmer ist ein Durchgangszimmer, seine Schwester muss dauernd vorbei, um in ihr Zimmer zu kommen.

Bisher waren wir unter der Woche meist bei mir, am Wochenende beim Freund.

Von mir daheim braucht man etwa eine Stunde (oder länger) zur Uni. Von ihm aus – wenn es schlecht läuft – 35 Minuten.

Meine und des Minis Sachen sind auf beide Haushalte verteilt. Oh, und zwischen den beiden Wohnorten liegt auch etwas mehr als eine Stunde Fahrzeit (wenn man Glück hat und nicht wieder irgendein öffentliches Verkehrsmittel streikt)…

Es ist zermürbend. Es zermürbt mich, dass mein Zeug nie dort ist, wo es sein sollte. Dass mein Zimmer im Chaos versinkt und ich es einfach nicht mehr „hinbekomme“, weil ich recht wenig Freizeit daheim verbringe. Dass der Haushalt zu kurz kommt und ich deswegen ständig mit meinem Vater und meiner Schwester Stress habe.

Ich bekomme kein Stipendium, weil mein Vater zu gut verdient. Bei einem Auszug hätte ich 500, vielleicht 600€ monatlich zur Verfügung. (Gut, ein Stipendium bewegt sich auch in dieser Gegend.)

Der Freund hat derzeit gar kein Geld zur Verfügung. Noch hat er nicht einmal die Matura. Nach dem „Ursprungsplan“ 2009, als wir von der Schwangerschaft erfahren haben, hätte er im Mai 2010 maturiert. Aber das hat so nicht funktioniert, im Mai 2012 habe ich Matura gemacht. Sein aktueller Maturatermin liegt im Frühjahr 2013…
Im Jänner fängt er – Inschallah – mit dem Zivildienst an. Neun verlorene Monate. Neun Monate Zwangsarbeit (hmm, über meine Meinung zu Zivildienst und Heer könnte ich auch irgendwann bloggen).

Und danach?
Er weiß es nicht. Mal will er auch studieren, mal überlegt er arbeiten zu gehen, um uns eine Wohnung finanzieren zu können.
Mein egoistisches Ich schreit, ja, tu das, geh arbeiten, in sechs Jahren finanziere ich dir das Studium. Und mein realistisches Ich flüstert: Er wird da todunglücklich. Er wird sich dir unterlegen fühlen. Und – du kannst nicht damit leben, deinen Partner in diese Lage gebracht zu haben.

Soll ich das Studium abbrechen, um arbeiten zu gehen? Oder zumindest eine Ausbildung zu machen, zum Beispiel zur Kindergärtnerin?
Ich würde miserabel bezahlt werden.
Ich liebe das Studium, obwohl ich erst vor zwei Wochen damit begonnen habe. Das ist das, was ich immer schon wollte, worauf ich mich schon als kleines Kind gefreut habe. Aber in meinen Träumen hatte ich kein Kind.

Man sagt mir, ich solle doch neben dem Studium arbeiten.
Ich schaffe das nicht. Körperlich, psychisch, zeitlich.
Es ist jetzt schon anstrengend genug, zwei Fächer zu studieren. Ich besuche zehn verschiedene Vorlesungen, drei davon finden zwei Mal wöchentlich statt. Dazwischen habe ich viel tote Zeit, Freistunden, in denen sich das Heimfahren aber meist nicht auszahlt. Am Freitag war ich komplett geplättet von der Uniwoche.
Wann sollte ich arbeiten gehen? Dienstag habe ich um 20:00 Unischluss, Mittwoch um 19:00. Mittwochs ist meine erste Vorlesung um neun. Am Ende des Tages bin ich nur kaputt.
Samstags arbeiten könnte ich, ja, aber wann sehe ich meinen Sohn dann noch? Und wann soll ich lernen? …

Dieser Wunsch nach einer eigenen Wohnung, einem eigenen Leben entsteht eigentlich aus einem anderen Wunsch heraus – ich wünsche mir ein zweites Kind. Sehr.
„Du bist so jung, du kannst in fünfzehn Jahren nochmal Kinder bekommen!“, sagt man mir. „Zwei Kinder sind irrsinnig anstrengend, sei froh, dass du nur eines hast!“, sagt man mir.
Ich weine nachts in meinen Kopfpolster. Habe Liebe für einen Menschen in meinem Herzen, den es gar nicht gibt. Das Umfeld will mir meine Situation schön reden, aber ich bin sehr, sehr unglücklich damit.
Nein, ich möchte nicht mit dreißig „von vorn anfangen“. Ich will dann kein Kind. Ich war Kind und dann war ich Mutter. Mir fehlt die Zeit der Selbständigkeit und des Egoismus dazwischen. Ich will in zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren egoistisch sein, mir die Welt anschauen, abends mal nicht nach Hause kommen. Frei sein von Verpflichtungen. Oder zumindest frei von der Verpflichtung einem kleinen Menschen gegenüber.
Ich möchte dann nachts durchschlafen, im Bett frühstücken und ein ganzes Wochenende nur fernsehen.
Jetzt verzichte ich freiwillig, bewusst und gern auf diesen Luxus, den Gleichaltrige haben. Aber ich lasse ihn mir nicht wieder wegnehmen, wenn ich ihn gewonnen habe.

Drei Jahre habe ich mir für Kind Nummer zwei noch gegeben. Wenn der Mini in die Schule geht, dann ist es für mich aus. Dann will ich das einfach nicht mehr. Zwei Einzelkinder sind für mich keine Option.

Ach…

Ich bin keine Bloggerin.

Warum bin ich keine Bloggerin?

Mir fehlt die Geduld, die Ausdauer, die Nerven.
Ich liebe Blogs, sehr, und ich würde mir wirklich wünschen, dass ich genug Energie dafür aufbringen könnte, hier meine Gedanken zu sammeln.

In meinem Kopf gibt es so vieles, das ich gerne festhalten würde. Aber aufgeschrieben wird es nicht.
(Wahrscheinlich bräuchte ich eine Sekretärin, der ich meine Gedanken diktieren kann.)